Zur Geschichte

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Der Buchladen im Ostertor befindet sich im Herzen der beiden lebendigen Stadtteile Ostertor und Steintor, dem sogenannten Viertel. 1977 gegründet, war der Buchladen die erste Buchhandlung in einem Stadtteil, der gerade vor einem umwälzenden Kahlschlag (Mozarttrasse) bewahrt worden war. Zeitgleich zogen zunehmend junge Leute ins „Viertel“ und entwickelten alternative Lebensformen und eine bunte, vielfältige Kulturszene. Studierende und Lehrende der 1971 gegründeten Universität Bremen gehörten neben den oft jungen und neuen Stadtteilbewohnern zu den ersten Kunden des Ladens. Als Teil dieses Prozesses und der sie begleitenden politischen Bewegungen stellte der Buchladen insbesondere Literatur zu alternativen Lebensformen, Anti-Atomkraft, Ökologie, Dritte Welt, Emanzipation, Politik und Pädagogik bereit.
Im Laufe des mittlerweile fast 40jährigen Bestehens hat sich das Profil, hin zu einer Buchhandlung mit einem allgemeinen, jedoch immer anspruchsvollen Sortiment, stetig verändert.

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Das Team

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Der Buchladen Ostertor wird von denjenigen betrieben, die auch Inhaber der "Buchladen im Ostertor GmbH" sind. Es sind: (v.l.n.r.) Mario Bernabeo, Andreas Haufe und unsere Mitarbeiterin Heike Hartmann.

 

Unser Logo

Wir werden häufig nach der Herkunft unseres Logos gefragt und es wird bemängelt, weshalb nicht auch im Netz mit ein paar Zeilen darauf eingegangen wird. Gerne nehmen wir diese Anregung auf: Das Grundmotiv stammt von El Lissitzky, (1890 in Russland geboren), der sich selber als Konstrukteur bezeichnete. Ausgebildet als Architekt und Ingenieur, war er aber tätig als Erfinder, Konstrukteur, Denker, Maler, Photograph und Typograph. In seinen Arbeiten leuchtet die Begeisterung für die Arbeitsweise des Ingenieurs, für die exakten Wissenschaften, für die Technik der Neuzeit. Ihre Möglichkeiten sind ihm ein Wechsel auf eine andere, glücklichere Zukunft, ihn erfüllte der Glaube, dass die Wissenschaft fähig sei, das Los der Menschheit zu erleichtern.
Hier traf er sich mit den Idealen der russischen Revolution, die auch an die Kunst neue Aufgaben stellte. Kunst wurde öffentlich und sollte der Verbesserung der Lebensbedingungen dienen. Die Künstler arbeiteten nicht mehr für sich, sondern traten in Verbindung mit den breitesten Volksschichten. Zusammen mit Malewitsch wurde er zum Begründer des Suprematismus. El Lissitzky war einer der großen Anreger sowohl für das Weimarer Bauhaus wie für die Typographie.
Bei dem Logo handelt es sich nun um das 4. Bild einer "Allen, allen Kindern" gewidmeten suprematistischen Erzählung "Von zwei Quadraten". Sie entstand 1920 und wurde erstmals 1922 in Berlin veröffentlicht. Die Geschichte erzählt von zwei Quadraten (schwarz und rot), die von weit her auf die Erde fliegen. Sie säen schwarzen Sturm, und - ein Schlag - (dies ist das Logo) und alles fliegt auseinander. Auf das Schwarze baut sich dann im folgenden das Rote, und das ist dann die endgültige Fassung. Unschwer zu erraten, was mit der neuen, roten Ordnung, wenige Jahre nach der erfolgreichen russischen Revolution, gemeint ist.

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Unser ehemaliger Kollege Günter Rodewald hat dieses 4.Bild benutzt und in das Bild hinein ein geöffnetes Buch montiert. Ähnlich wie der in den Bildern verwendete Text, der mit Groß- und Kleinschreibung, Fett- und Dünndruck arbeitet, hat er dann auch den Namenszug Buchladen Ostertor entsprechend gestaltet.